Willi Sitte – Umstrittener Maler starb mit 92 Jahren in Halle

Einer der umstrittensten Maler der Gegenwart ist im stolzen Alter von 92 Jahren in seiner Heimatstadt Halle/Saale verstorben.

© Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst und Förderkreis Willi-Sitte-Galerie e. V.
© Willi-Sitte-Stiftung für Realistische Kunst und
Förderkreis Willi-Sitte-Galerie e. V.

Willi Sitte, am 28. Februar 1921 in Kratzau (ehemalige Tschechoslowakei, heute Tschechien) geboren verstarb am 8. Juni 2013 in Halle (Saale). Als Maler und Grafiker war er unter anderem lange Zeit Präsident des Verbandes Bildender Künstler (VBK) in der ehemaligen DDR.

Er war für viele Menschen, Schüler und Künstler in der DDR ein rotes Tuch. Inhaltlich, ideologisch als auch ästhetisch. Der Präsident des Verbandes Bildender Künstler war ein vorbildlicher Staatskünstler, zeitweilig saß er auch im Zentralkomitee der SED, wofür er sich nach der Wende auch immer wieder rechtfertigen musste. In den Achtzigern war für junge Menschen nichts „uncooler“ als sozialistisches Leben, verpackt in sozialistischer Kunst, wie der berühmte „Chemiearbeiter am Schaltpult“. Sitte lebte und arbeitete in Halle. Wegen seiner offenen Bekenntnis zum Kommunismus sah er sich auch nach der Wende immer wieder herber Kritik ausgesetzt.

Obgeich in die Bewertung seiner Bilder daher neben künstlerischen Aspekten immer wieder Fragen politischer und ideologischer Natur einfließen, erfreuen sich seine Werke noch immer hoher Beliebtheit bei Kunstsammlern aus ganz Europa.

Im Jahre 2006 eröffnete in Merseburg aus Anlass des 85. Geburtstages des Künstlers am 28.02.2006 die Willi-Sitte-Galerie. Zur feierlichen Eröffnung der umstrittenen Galerie erschienen auch der  frühere Bundeskanzlers Gerhard Schröder und Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Böhmer. In dem Museum ist ein Großteil des Gesamtwerkes des Malers Willi Sitte untergebracht und für die Öffentlichkeit zugänglich.

Information: http://www.willi-sitte-galerie-merseburg.de/

1 Kommentar zu Willi Sitte – Umstrittener Maler starb mit 92 Jahren in Halle

  1. Lieber ein Rotes Tuch als ein weißes – kapitulantenhaftes – oder anders farbangepaßtes – bereit zur Kollaboration -, wie es deren so viele Chamäleons heute mit Schleimspur gibt.

    Dem Maler Willi Sitte – unter uns
    – * 28.02. 1921 Chrastava; † 08.06. 2013 Halle –

    Einst im Haus des Volkes hingen
    Bilder, wie das Leben ist,
    Wie es war. Voll Wehmut klingen
    Die Erinnerungen, bringen
    Stolz, der unser Menschsein küßt.

    »Kunst ist Waffe«, Partisan,
    Leben, Lust und Liebe,
    Arbeit und ein Fünfjahrplan,
    Ist Geschichte zeichnend, Bahn
    In des Widerspruchs Getriebe.

    Kunst verdeutlicht viele Schritte,
    Volkes Wille, Phantasien,
    Warnt vor bourgeoiser Mitte.
    Zukunftsleuchtend malte Sitte
    Wahrheit in die Galerien.

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