So erleichtern Online-Lieferservices das Einkaufen insb. für Senioren, Behinderte und Landbewohner

Die meisten Deutschen kaufen mittlerweile online ein. Nur bei Lebensmitteln haben sie bisher noch gezögert. Während das rasante Wachstum im Onlinehandel mit den typischen Produkten mittlerweile zur Ruhe kommt, geht es jetzt allerdings langsam im Foodsektor los. Das Marktforschungsunternehmen GfK sagt voraus, dass der Durchbruch für den Lebensmittelhandel im Internet in den kommenden zehn Jahren bevorsteht.

Leichteres Einkaufen dank Digitalisierung

Einkaufen im Supermarkt bald ein Relikt der Vergangenheit?
Einkaufen im Supermarkt bald ein Relikt der Vergangenheit?

Einige Geschäftsmodelle haben sich im Internet aber schon durchgesetzt. Daten der Industrie- und Handelskammern zeigen, dass von den Unternehmensgründern immer mehr Fragen zu Themen wie Onlineversand von Frischfisch oder Hackfleisch eintreffen. Andere etablierte Onlinehändler bieten Services an, die im stationären Handel schwer zu finden sind. Kunden können bspw. bei MyMuesli im Web ihr eigenes Müsli zusammenstellen lassen oder bei Vireopromo Süßigkeiten mit individuellen Beschriftungen bestellen. Coca Cola geht mit seinen individualisierten Verpackungen seit einigen Jahre auch interessante Wege.

In einigen Produktkategorien geht es online schneller voran als in anderen. Das betrifft insbesondere Spezialitäten und Nahrungsmittel, die im Einzelhandel nur vereinzelt angeboten werden. Zum Beispiel setzt die Weinbranche seit Jahrzehnten auf den Katalogversand und konnte die Kataloge unkompliziert gegen Websites austauschen. Die notwendigen Prozesse waren bereits vorhanden und lange erprobt.

Online-Supermärkte?

Dagegen tun sich die Supermärkte online noch viel schwerer. Der Grund dafür liegt den Experten zufolge einerseits darin, dass viele Menschen die Lebensmittel vor dem Kauf in die Hand nehmen und ihre Frische überprüfen wollen. Andererseits haben aber auch viele die Gewohnheit, tägliche Bedarfsmittel spontan und ohne Vorplanung einzukaufen. Ein Beispiel für ein Unternehmen, bei dem es trotzdem schon klappt, ist Allyouneedfresh, der bisher erfolgreichste reine Online-Supermarkt. Dort wird bundesweit versendet.

Die Onlineangebote von Supermarktketten wie real,- oder Rewe haben sich hingegen noch nicht gegen die althergebrachten Kaufgewohnheiten durchgesetzt. Obwohl die meisten Supermärkte und Discounter inzwischen auch Bestellmöglichkeiten im Internet anbieten schrecken hier teilweise die Preise ab. Denn wenn lediglich 2 oder 4 Euro den preislichen Unterschied zwischen Angebot und Standard ausmachen, sind die Ersparnisse durch Versandkosten häufig schon wieder aufgebraucht.

Pizzabestellung bisher einzige erfolgreiche Branche

Besonders frische Ware, wie hier an einer SB-Fleischtheke im Supermarkt, wird lieber noch direkt gekauft und nicht bestellt. (CC BY-SA 3.0)
Besonders frische Ware, wie hier an einer SB-Fleischtheke im Supermarkt, wird lieber noch direkt gekauft und nicht bestellt. (CC BY-SA 3.0)

Schneller als bei digitalen Supermärkten geht es bei den klassischen Pizza-Lieferservices. So wie die Weinbranche waren auch sie bereits vor dem Siegeszug des Internets als Lieferanten aktiv. In Scharen stellen sie auf die Onlinebestellung um oder fügen sie der telefonischen Bestellung hinzu. Das erleichtert auf beiden Seiten die Abwicklung.

Der Kunde muss nicht mehr zum Telefon greifen und der Lieferdienst muss es nicht besetzen. Das erleichtert Arbeit und optimiert Abläufe und Prozesse, so dass das bestellte Essen schnell und sicher ankommt.

Online-Plattformen vereinfachen Bewertung wie Bestellung

Für „06114 Halle“ bietet die Onlinebestellplattform www.lieferheld.de insgesamt 23 verschiedene Bestellmöglichkeiten an, die sich von „Pizza & Pasta“ bis „Burger & Co.“ über asiatische, indische und orientalische Küchen erstrecken. Das Sushi-Restaurant Goldene Schildkröte in der Reilstraße ist zum Beispiel digital voll vernetzt – über zwei verschiedene Plattformen kann hier bestellt werden.

Das mexikanische Restaurant Espitas in der Messerstraße ermöglicht Besuchern die Tischreservierung über opentable.de. Auf der Google Map erscheinen natürlich die Öffnungszeiten zahlreicher Angebote, die Stoßzeiten werden abgebildet, Bilder sind zu sehen. Dass hier gleich auf mehrere Plattformen hingewiesen wird, die Onlinebestellungen und Tischreservierungen ermöglichen, ist schon lange keine Überraschung mehr.

Fazit: Erleichtertung durch Digitalisierung?

Bsonders alte Menschen, Senioren und Rentner, aber auch Menschen mit Behinderung oder Bewohner ländlicher Gebiete kommen nicht jeden Tag an Einkaufsmöglichkeiten vorbei. Gerade Online-Angebote können hier vieles erleichtern, doch speziell für alte Menschen liegt die Herausforderung in der Technologie: Es gibt Dutzende Anbieter in jedem Bereich, die verglichen werden müssen. Des Weiteren viele, teils exotische Bezahlmöglichkeiten. Obwohl Kreditkarten oder bargeldloses Bezahlen über PayPal verbreitet sind, haben manche Bevölkerungsgruppen gar nicht die Möglichkeiten sich diese anzuschaffen.

Es gilt noch einige Stolpersteine aus dem Weg zu schaffen bis sich digitales Einkaufen wirklich durchsetzen kann. Anfänge sind aber bereits gemacht worden.

Bildquellen: CC BY-SA 3.0 via Marcel/Wikimedia Commons

 

Christian Allner (HSN-Redaktion)
Über Christian Allner (HSN-Redaktion) 76 Artikel

Als Schrift-Architekt berät und betreut Christian Allner seit 2011 KMUs aus Mitteldeutschland. Er arbeitet, studiert und lehrt (u.a. an der Uni Halle) zu Social Media, Marketing, Onlinerecht und spannenden digitalen Themen. Sein Fokus liegt auf Blogs, Plattformen wie Facebook, Tumblr und Pinterest, soziale Netzwerke und andere Trends.
Parallel organisiert er Seminare und Workshops.

Ein begeisterter Hobbykoch – kaufmännisch ausgebildet und multimedial studiert. Kreativer Texter, Dozent und Übersetzer. Sie können ihn
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