Hallesche Neubauten im letzten Jahresdrittel

Zahlreiche wichtige Straßen Halles waren und sind aufgrund von Baumaßnahmen gesperrt. Auch bei den Neubauten ist die Anzahl ungewöhnlich hoch.

Neue Wohnviertel

Aktuell entstehen an verschiedenen Stellen neue Straßenzüge, etwa im Paulusviertel, an der  Niemeyerstraße/Kurt-Eisner-Straße („Königsviertel“) und an der Franz-Heyl-Straße. Aber auch in Heide-Süd, am Gießereidreieck und in der Hafenstraße („Hafenviertel“) sind neue Wohnviertel weiter angewachsen.

Nachdem mehr als ein Jahrzehnt lang Wohnungen im großen Stil abgerissen wurden, ist dies eine erfreuliche Gegenbewegung, wenngleich die neuen Bauvorhaben nicht in allen Fällen ohne Kritik bleiben. So wird beim Viertel im Hafen die Hochwassergefahr kritisiert und bei der kleinen Siedlung im Paulusviertel die Veränderung des weitgehend ungestörten und vom Zweiten Weltkrieg verschonten Gründerzeitviertels.

Ecke Schleiermacherstraße / Ecke Robert-Blum-Straße (Paulusviertel) am 3.12.16

Im Hafenviertel wird seit einigen Jahren das alte Speichergebäude am Sophienhafen mit immer neuen Wohnbauten umgeben. So entstanden acht Einfamilienhäuser und mehrere sogenannte „Stadthäuser“ (Mehrfamilienhäuser). Die hier abgebildeten Bauwerke sind nur die jüngsten Bauten westlich des markanten Hochspeichers. Als nächster Schritt soll die Straße selbst saniert werden, zudem gibt es Pläne für einige weitere Baukonzepte.

Blick vom Sandanger zur Hafenstraße am 30.12.16

Auch für das umfangreiche Wohngebiet entlang der ehemaligen Kasernen- und Irrenanstaltsgebäude auf dem Weinberg, das mittlerweile von der Universität und zahlreichen anderen Forschungseinrichtungen genutzt wird, gibt es umfangreiche Erweiterungspläne, die sogar einen eigenen „Marktplatz“ umfassen.

Neue Brücken

Gleich an drei Stellen wurden in den letzten vier Monaten Brücken abgerissen und neu erbaut. Im Zusammenhang mit der Sanierung der Hochstraße am Franckeplatz und am „Knoten 46“ (Glauchaer Platz) wurde die nördliche Auffahrt auf die B 80, die sogenannte „Mühlgrabenbrücke“, abgerissen und neu erbaut. Genauso verfuhr man in Kanena mit der „Reidebrücke“, die den Ort an die L 167 anschließt, und an der Peißnitzinsel mit der „Gimritzer Gutsbrücke“, die das Gut Gimritz mit der „Halle-Saale-Schleife“ verbindet. Die Austauschbarkeit der Brücken ist etwas bedauerlich, aber der Zeit geschuldet. Zudem sind sie – mit Ausnahme von Kanena – Teil der Flutwasserhilfe in der Folge des schweren Hochwassers im Jahr 2013. Sie wurden mittlerweile für den Verkehr freigegeben.

Große Auswirkungen auf den Bahnverkehr haben auch weiterhin die Maßnahmen zur Verbesserung der ICE-Strecke Berlin-München sowie die Modernisierung des Bahnknotens Halle. An der Kreuzung der westlichsten Bahngleise mit der Leipziger Chaussee (B 6) wurde eine neue Bahnbrücke eingefügt. Sie ist eine von insgesamt neun Bahnbrücken, die in Halle entstehen. Erst im Juli 2016 waren nur einige hundert Meter entfernt am Kanenaer Weg zwei Bogenbrücken der Eisenbahn abgerissen und durch Betonbrücken ersetzt worden.

Neue Kindergärten

Nachdem am Steg in Glaucha die drei Punkthochhäuser abgerissen wurden, entstand dort vor einigen Jahren die „Saale-Klinik“, die die Stegpassage weiternutzte. Südlich von dieser einstigen Einkaufspassage wurde seit 2015 ein neuer „Musikkindergarten“ erbaut, der mittlerweile fertiggestellt wurde. Auch in der Schimmelstraße entsteht eine Kindertagesstätte, wofür das alte Steueramt abgerissen wurde. Es soll die Betreuung von 130 Kindern in der Innenstadt ermöglichen. Zur Zeit arbeitet man am Fundament.

Musikkindergarten am Steg am 31.12.16

Neue Gewerbegebäude

Auf den Abrissflächen von einstigen Wohnblocks entstehen immer wieder mal neue Gewerbegebäude, zum Beispiel die Supermärkte in der Wilhelm-von-Klewiz-Straße (Silberhöhe) oder in der Hettstedter Straße (Neustadt). Das neueste dieser Projekte ist der Neubau eines Autohändlers in der Weststraße (Neustadt), wo sich bis vor wenigen Jahren noch mehrere Elfgeschosser befanden.

Neubau eines Autohändlers in der Weststraße in Halle-Neustadt am 31.12.2016

Weitere Neubauten

Am Universitätsring kam es zu einem Lückenschluss, indem man zwischen zwei vom Jugendstil geprägte Gebäude einen Neubau setzte.

Lückenschließung am Universitätsring am 3. Dezember 2016

Auf dem ehemaligen Parkplatz eines Supermarktes am Hubertusplatz (Heide) sind – genauso wie in der Beesener Straße – mehrere Neubauten entstanden.

Literatur

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