Bürgerentlastungsgesetz

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Bürgerentlastungsgesetz 2010

Mit dem „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ – Bürgerentlastungsgesetz – werden ab 2010 die Abzugsmöglichkeiten bei der Einkommensteuer für Vorsorgeaufwendungen verbessert.

Was ist das Bürgerentlastungsgesetz?

Ab 2010 können Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung steuerlich berücksichtigt werden,

die ein der gesetzlichen Kranken- und der sozialen Pflegeversicherung entsprechendes Leistungsniveau absichern.

Maßgeblich dafür ist der Leistungsumfang der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind, spielt keine Rolle.

Wer wird entlastet – und wie?

Ab 1. Januar 2010 können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung durch das neue Bürgerentlastungsgesetz in höherem Maße von der Steuer abgesetzt werden. Das bringt praktisch allen Versicherten Vorteile.

Spürbare Verbesserung zum Jahreswechsel.

Dem Gesetzgeber war es wichtig, die Bürger sofort spürbar zu entlasten. Die höheren Abzugsbeträge sind daher bereits in die aktuelle Lohnsteuertabelle für 2010 integriert. Dadurch verringert sich Ihr Lohnsteuerabzug bereits ab Januar 2010.

Sie können nun sich selbst und Ihre Angehörigen weit über den bisherigen Vorsorge-Höchstbetrag hinaus einkommensteuerfrei absichern!

Alle von Ihnen gezahlten Beiträge für die Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung sind ab 2010 in voller Höhe steuerlich abzugsfähig. Nicht abzugsfähig sind nur noch Mehrleistungen, die nicht zur Basisabsicherung gehören.


Neu: Die steuerfreie Basisabsicherung

Absetzbare Beiträge zur Basisabsicherung.

Zur steuerfreien Basisabsicherung gehören Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung, Beiträge zur privaten Krankenversicherung und Beiträge zur privaten und sozialen Pflegepflichtversicherung.

Absetzbar sind die von Ihnen als Versicherungsnehmer gezahlten Beiträge zur Absicherung für:

  • Sie selbst.
  • Ihren Ehegatten.
  • Ihren eingetragenen Lebenspartner.
  • Ihre unterhaltsberechtigten Kinder.

Sowie die von Ihnen als Beitragszahler übernommenen Beiträge für:

  • Unterhalts- und kindergeldberechtigte Kinder.

Nicht absetzbare Beiträge:

Nicht absetzbar sind Beiträge für Mehrleistungen wie:

  • Krankentagegeld.
  • Krankenhaustagegeld.
  • Chefarztbehandlungen.
  • Einbett-/Zweibettzimmer.
  • Zahnersatz/implantologische Leistungen.
  • Heilpraktikerbehandlung.
  • Pflegezusatzversicherungen.


Welche Möglichkeiten haben Sie noch?

Durch das Bürgerentlastungsgesetz gewinnen Sie zusätzlichen Handlungsspielraum, denn die Höchstbeträge für sonstige Vorsorgeaufwendungen wurden ebenfalls erhöht:

Für zusammen veranlagte Ehegatten gilt die Summe der jeweils zutreffenden Höchstbeträge. (Der Höchstbetrag für Selbstständige liegt höher, da diese ihre Krankenversicherungsbeiträge in der Regel alleine tragen.)

Wenn Sie unter Ihrem Höchstbetrag bleiben

Ergänzend zu Ihrer Basisabsicherung können Sie in diesem Fall weitere Beiträge für „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ geltend machen. Bis zum Erreichen des für Sie maßgeblichen Höchstbetrags bleiben diese Aufwendungen dann ebenfalls vollständig steuerfrei.

Eine gute Gelegenheit, um Ihren Versicherungsschutz ohne Mehrkosten zu optimieren!

Wenn Sie Ihren Höchstbetrag überschreiten.

In diesem Fall können Sie keine weiteren Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Sie profitieren aber direkt von der Steuerfreistellung Ihrer Beiträge zur Basisabsicherung. Dank dieser steuerlichen Entlastung können Sie sich und Ihre Familie jetzt noch besser absichern – ohne Nettoeinbußen.


Bitte beachten Sie: Maßgeblich ist der gezahlte Beitrag.

Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen des Gesundheitsfonds erhöhen Ihren abziehbaren Betrag für Krankenversicherungsbeiträge im laufenden Kalenderjahr.

Beitragsrückzahlungen aus der Krankenversicherung mindern hingegen den gezahlten Krankenversicherungsbeitrag im Jahr des Rückflusses. Nur die tatsächlich gezahlten  Krankenversicherungsbeiträge (ohne Arbeitgeberanteil) werden dann angerechnet.


Details zur privaten Krankenversicherung

Das Bürgerentlastungsgesetz stellt privat und gesetzlich Versicherte steuerlich gleich. Das große Tarif- und Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherung macht dafür aber einige Detailregelungen erforderlich.

Welche Beiträge sind unbegrenzt absetzbar?

Als Maßstab dienen die Leistungen des 2009 eingeführten Basistarifs für private Krankenversicherungen. Es ist immer der effektiv gezahlte Beitrag anzusetzen, d. h. Selbstbeteiligungen bleiben unberücksichtigt. Beitragsrückerstattungen sowie steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse vermindern die gezahlten Beiträge.

Wie errechnet sich der absetzbare Beitragsanteil?

In der privaten Krankenversicherung ist der versicherten Leistung per Rechtsverordnung eine bestimmte Punktzahl zugeordnet. Anhand dieser Punktzahl wird brancheneinheitlich der absetzbare Beitragsanteil zur privaten Krankenversicherung ermittelt.

beitragsanteil

Autor: Tino Illgen (Bilder Allianz)

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