Bedingungen für die Tierauktion in Steuden

Tierauktion

Merseburg, 28.01.2011 – Pressemeldung Landkreis Saalekreis

Genehmigung und Kontrolle bei Tierauktionen

Aus aktuellem Anlass wird mitgeteilt, dass in Steuden eine Tierauktion durchgeführt werden soll. Dabei müssen bestimmte Bedingungen und Voraussetzungen erfüllt werden. Der Veranstalter muss eine Erlaubnis gemäß § 11 Tierschutzgesetz beantragen. Der Antrag wird geprüft und eine Erlaubnis mit Nebenbestimmungen zum Schutz der Tiere erteilt. Die Einhaltung der Nebenbestimmungen wird einer veterinärbehördlichen Kontrolle unterzogen. Diese Vorbedingungen wurden bei der geplanten Versteigerung von Hunden in Steuden eingehalten.
Die Erlaubnis wurde mit folgenden Nebenbestimmungen versehen:

  1. Die Erlaubnis kann bei Verstoß gegen die gesetzlichen Haltungsbestimmungen oder die im vorliegenden Bescheid geregelten Erlaubnisbestimmungen jederzeit widerrufen werden.
  2. Diese Erlaubnis gilt nur für den 30.01.2011.
  3. Die Veranstaltung hat so zu erfolgen, dass den Hunden keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden.
  4. Es dürfen nur gesunde Hunde gehandelt werden. Der Gesundheitszustand der zu handelnden Hunde ist vor dem Handel durch einen Tierarzt begutachten zu lassen und schriftlich zu attestieren. Diese Atteste sind dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Saalekreises auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.
  5. Es dürfen nur Hunde aus dem Eigentum der Zuchtgemeinschaft vom Evaschacht gehandelt werden.
  6. Es dürfen nur gekennzeichnete Hunde gehandelt werden. Die Kennzeichnung hat so zu erfolgen, dass eine zweifelsfreie Identifikation der Hunde dauerhaft möglich ist. Die Vorschriften des Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren (siehe unten angeführte Hinweise) bleiben unberührt.
  7. Es sind den an einer Übernahme der Hunde interessierten Personen die rassetypischen und individuellen Eigenschaften und Ansprüche des jeweiligen Hundes deutlich zu machen. Die Erteilung des Zuschlages darf nur unter dem Vorbehalt erfolgen, dass die Eignung und Sachkunde des Höchstbietenden für eine art- und verhaltensgerechte Haltung des jeweiligen ersteigerten Hundes gegeben ist. Von der Eignung und Sachkunde hat sich der Veranstalter vor der Übergabe der Hunde nachweislich zu überzeugen. Hierzu ist eine schriftliche Erklärung vom Erwerber jedes Hundes einzuholen.
  8. Über den Verbleib der gehandelten Hunde ist Buch zu führen mit vollständigem Namen und vollständiger Adresse der Übernehmer. Diese Dokumentation ist dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Saalekreises auf Verlangen zur Verfügung zu stellen.
  9. Der in der Tierschutz-Hundeverordnung geforderte Platzbedarf ist einzuhalten. Danach hat jedem Hund bis 50 cm Widerristhöhe eine Bodenfläche von mindestens 6 m2, von über 50 – 65 cm mindestens 8 m2 und von über 65 cm mindestens 10 m2 zur Verfügung zu stehen. Für jeden weiteren im selben Zwinger gehaltenen Hund muss mindestens die Hälfte der geforderten Grundfläche zur Verfügung stehen. Jede Seite des Zwingers muss mindestens die doppelte Körperlänge des Hundes betragen und keine Seite darf kürzer als 2 m sein.
  10. Jedem Hund ist eine Schutzhütte zur Verfügung zu stellen. Sie muss aus wärmedämmendem und gesundheitsunschädlichem Material hergestellt und so beschaffen sein, dass der Hund sich daran nicht verletzen und trocken liegen kann. Sie muss so bemessen sein, dass der Hund sich darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen und den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist.
  11. Den Hunden ist ein witterungsgeschützter, schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden zur Verfügung zu stellen.
  12. Die Einfriedung des Zwingers muss aus gesundheitsunschädlichem Material bestehen und so beschaffen sein, dass der Hund sie nicht überwinden und sich nicht daran verletzen kann. Der Boden muss trittsicher und so beschaffen sein, dass er keine Verletzungen oder Schmerzen verursacht und leicht sauber und trocken zu halten ist. Trennvor-richtungen müssen so beschaffen sein, dass sich die Hunde nicht gegenseitig beißen können. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Hund freie Sicht nach außen ermöglichen. Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Hund der freie Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.
  13. Die Hunde dürfen in den Zwingern nicht angebunden gehalten werden.
  14. Den Hunden ist ständig Wasser in ausreichender Menge und Qualität anzubieten.
  15. Die Betreuung hat durch eine im Verhältnis zum Tierbestand ausreichend große Anzahl von geeignetem Betreuungspersonal zu erfolgen.

Folgende Hinweise wurden schriftlich am Ende der Verfügung gegeben:

Ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten dürfen Wirbeltiere an Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr nicht abgegeben werden (§ 11c TierSchG).

Es wird empfohlen, die Hunde nur vollständig und aktuell geimpft zu handeln.

Alle Hunde, die älter sind als 6 Monate und nach dem 01.03.2009 geboren wurden, müssen mit einem Transponder (elektronisch lesbarer Mikrochip) gekennzeichnet werden. Dieser Transponder hat eine einmalig vergebene, unveränderliche Kennnummer zu enthalten und dem Standard ISO 11784: 1996 € „Radio-Frequency Identification of Animals – Code Structure“1 zu entsprechen Für Hunde, die älter als 3 Monate sind, ist eine Haftpflichtversicherung über mindestens eine Million Euro für Personen- und Sachschäden sowie 50.000 Euro für sonstige Vermögensschäden abzuschließen und aufrechtzuerhalten (§ 2 (2,3) des Gesetzes zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren).

Welpen dürfen erst mit einem Alter von über 8 Wochen vom Muttertier ge-trennt werden (§ 2 (4) Tierschutz-Hundeverordnung).

Diese Erlaubnis ergeht ausschließlich auf der Grundlage o.g. tierschutzrechtlicher Bestimmungen und ersetzt andere evtl. erforderliche Genehmigungsverfahren bau-, gewerberechtlicher oder anderer Art nicht.

Die tierseuchen- und arzneimittelrechtlichen Bestimmungen sind einzuhalten.

Im Allgemeinen gilt:
Wer Tierbörsen zum Zwecke des Tausches oder Verkaufes von Tieren durch Dritte durchführen oder gewerbsmäßig mit Wirbeltieren handeln will, benötigt eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz. Es ist bei der zuständigen Behörde, dem Veterinäramt, ein Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis zu stellen. Dem Antrag sind Angaben über die Art der betroffenen Tiere, über die für die Tätigkeit verantwortliche Person sowie deren Sachkunde und Angaben zu den Örtlichkeiten, Räumen und Einrichtungen beizufügen. Er wird veterinärbehördlich geprüft.
Sofern die Erlaubnisvoraussetzungen vorhanden sind, ist eine Erlaubnis zu erteilen. Die Erlaubnis kann, soweit es zum Schutz der Tiere erforderlich ist, gemäß § 11 Abs. 2a Tierschutzgesetz unter Befristungen, Bedingungen und Auflagen erteilt werden. Mit der Ausübung der Tätigkeit darf gemäß § 11 Abs. 3 Tierschutzgesetz erst nach Erteilung der Erlaubnis begonnen werden. Ein generelles Verbot von Tierauktionen einschließlich Hundeauktionen ist gesetzlich bisher nicht verankert.

Für Hunde- und Katzenausstellungen besteht, gemäß der Neufassung der Tollwut-Verordnung vom 4. Oktober 2010, nur noch in gefährdeten Bezirken vier Wochen vor Beginn eine tierseuchenrechtliche Anzeigepflicht. Im Landkreis Saalekreis existiert kein Tollwut-gefährdeter Bezirk gemäß § 8 Tollwut-Verordnung. Insofern entfällt die Anzeigepflicht bei der zuständigen Behörde.

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