Alkohol und der letzte Schultag – AWO Suchtprävention

The girl laying on a table and a glass with wine

Viele Schüler und Schülerinnen streben in dieser Zeit ihrem letzten Schultag entgegen. Abschlusszeitungen wurden gestaltet, das „Letzter- Schultag- Komitee“ tagte, Vorklausuren und –tests wurden geschrieben, die Termine für die schriftlichen Prüfungen bekannt gegeben. Endlich, die Schule ist geschafft. Endlich den Blick in die Zukunft richten, raus aus dem Schulgebäude, weg von den Lehrern und der Lernerei, endlich was Neues, Spektakuläres. Endlich rückt die Party des letzten Schultages näher. Und endlich die Absprachen, wer wie viel Alkohol kauft, welche Verkleidung getragen wird, wo man sich trifft und wohin der Umzug geht. Und immer wieder das Thema Alkohol. Alkohol ist der standartisierte Begleiter des letzten Schultages.

Alkohol ist in Deutschland allgegenwärtig, in nahezu jedem Bereich des Lebens gehört Alkoholkonsum anscheinend dazu: auf Partys, Hochzeiten und Geburtstagen, beim Grillfest der Grundschule und beim Einstand im Büro, bei der Weihnachtsfeier und nach dem Geschäftsabschluss. "Kein besonderer Anlass" ist auch ein beliebter Anlass.

Allerorten werden dem stets verharmlosten Rausch- und Suchtmittel Fähigkeiten zugeschrieben, die sich bereits bei flüchtiger Betrachtung als unhaltbar erweisen müssen: Alkohol soll Traurige lustig und Gestresste friedlich machen, Müden zu Munterkeit und Problembeladenen zum besseren Einschlafen verhelfen, Gemütlichkeit und Stimmung an den Tisch bringen, Löcher im eigenen Leben kitten und dem Sieg des heimischen Fußballvereins erst wahre Größe verleihen.

Wie auch immer die Situation, Alkohol scheint zu verbessern und zu „helfen“. Als Folge konsumieren rund 9,5 Millionen Menschen Alkohol auf riskante Weise, davon sind 1,3 Millionen abhängig. Jeder fünfte Mann und fast jede sechste Frau trinken zu viel. Weltweit belegen wir im Alkoholkonsum den 5. Platz. Das Konsumverhalten ist zu hoch und zu risikoreich – vor allem bei Erwachsenen, nicht nur bei Jugendlichen, deren Trinkexzesse häufig beklagt werden. Es sind Erwachsene, die die schlechten Vorbilder abgeben und Erwachsene, die die Alkoholwerbung machen – für rund eine Milliarde Euro jährlich. Es sind auch Erwachsene, die ihr Geld mit dem Verkauf von Alkohol verdienen und dabei das Jugendschutzgesetz nicht einhalten. Das Thema Alkohol geht alle an.

Wir möchten für einen maßvollen Alkoholkonsum am letzten Schultag werben.

Weniger ist besser!" Weniger schützt vor unliebsamen Folgen.

Ein Beitrag der AWO Suchtprävention Halle Merseburg

Fragen und Anregungen für eine schönere Festkultur unter: suchtpraevention@awo-halle-merseburg.de Fachstelle für Suchtprävention

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